Hilf mir, mal nichts zu tun!

Wir haben in unserer Familie seit über einem Jahr nun die Tradition, nach dem Abendessen eine Quizfrage aus einem Abreißkalender vorzulesen und alle können mitraten oder ihr Wissen zum Besten geben.

Besonders gerne erinnere ich mich an den Abend, als das Zitat von Maria Montessori ergänzt werden sollte:

Hilf, mir …

… mal nichts zu tun!

… es selbst zu tun!

… endlich was zu tun!

… ich tu nichts!

Es entwickelte sich eine sehr spannende Diskussion zwischen unseren Kindern (7, 12 und 14 Jahre alt), was den die richtige Antwort sein könnte. “… es selbst zu tun!” kam natürlich gar nicht in Frage! Warum etwas selbst tun, wenn andere den Service übernehmen können?

Hilf mir, mal nichts zu tun!

Das war aus der Sicht unserer Kinder die einzig richtige Antwort.

Darüber musste ich noch einige Zeit nachdenken. Trotz Corona und das damit verbundene Herunterfahren des öffentlichen Lebens ist unser Alltag vollgestopft mit Aufgaben, Themen und dem Gefühl des Getriebenseins. Vor allem die Abgrenzung von Freizeit und Job bzw. Schule fällt zunehmend schwer, da alles unter einem Dach stattfindet. Ich habe plötzlich zusätzliche Rollen: Lehrerin? (gegen diesen Beruf habe ich mich mal bewusst entschieden) Familienmanagement? (nicht gerade meine Arbeitspräferenz, jetzt haben wir jeden Abend Meetings wer was für welche Video-Konferenz wie braucht)

Der Arbeitstag beginnt morgens und endet irgendwann gegen 22h und dann ist auch keine Zeit und kein Raum mehr für Inspiration, Zerstreuung und Entspannung.

Die Zeitmanagement-Falle

Ich bin in den letzten Wochen in die ganz klassische Zeitmanagement-Falle getappt: Ich habe meinen Alltag immer weiter beschleunigt, versucht, mehr Aufgaben in kürzerer Zeit zu erledigen bis hin zum Multitasking – obwohl ich ja eigentlich weiss, dass das nichts bringt.

Das Gleichgewicht von Anspannung und Entspannung ist dabei ganz schön aus dem Takt gekommen. Ich merke das häufig daran, dass ich mich am Wochenende schlecht auf Entspannung und “Nichtstun” einlassen kann. Dass ich kaum Stillsitzen kann, um mal “Runterzukommen”, sondern dass es immer was zu tun gibt.

Hilf mir, mal nichts zu tun!

Wenn ich merke, dass mein Zeitmanagement an seine Grenzen kommt, hilft mir nur noch ganz konsequent Prioritäten zu setzen.

Prioritäten setzen heißt für mich, zu entscheiden …

… was ich nicht tue (halte ich gerade noch aus),

… was mir egal ist (das ist schon ein bisschen schwieriger), oder

… wofür ich bewusst nicht die Verantwortung übernehme (Puh, fast unmöglich).

Am Wochenende ist schlechtes Wetter angesagt, beste Voraussetzungen also, Prioritäten zu setzen und zumindest mal ein paar Stunden faultiermäßig abzuhängen und die Welt da draußen auszusperren.

Was hilft Ihnen, Ihren Kopf zur Ruhe zu bringen? Wie gestalten Sie Phasen der Entspannung und Regeneration? Schreiben Sie mir.


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Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

    1. cb-admin

      Sehr gerne, ich hoffe, Sie konnten für sich ein paar Faultier-Moment genießen. 🙂

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